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Freitag, 20. August 2010

Resumee Jodphur

Zwar haben wir Jodhpur - unsere zweite Stadt, nach Mumbai - schon Mittwoch frueh verlassen, doch komme ich irgendwie jetzt erst zum Schreiben. Als ich meinen letzten Post verfasst habe, waren wir etwas unzufrieden mit diesem "in-den-Tag-hinein-leben" und vermissten wohl eine Art Programm, eine ungefaehre Reiseroute etwa. Um in unseren noch verbleibenden knapp drei Wochen Indien so viel wie moeglich zu sehen, haben wir uns Dienstag frueh eine Reiseroute ueberlegt, die uns bis nach Kalkutta fuehrt. Indiens Norden von West nach Ost - die Zugtickets dafuer haben uns nicht einmal 25 EUR pro Person gekostet. Von Kalkutta fliegen wir (hoffentlich, denn die Flugtickets konnten wir bis jetzt noch nicht buchen) am 4. September nach Thailand. Dort bleiben wir bis zum 3.10., kommen also schon eine Woche frueher, weil meine Uni am 11.10. beginnt. Soviel zu unseren Reiseplaenen.

Aber was haben Jodhpur erlebt? Wir haben viel eingekauft - Tuecher, lange Blusen (damit wir unsere Schultern verhuellen koennen und somit nicht zu sehr auffallen), Lederhandtaschen und Schmuck -, jeden Tag auf der Dachterasse eines anderen Hostels gegessen und das indische Essen ohne Durchfall geniessen koennen. An Sightseeing gab es die bereits erwaehnte, an eine Kaffeefahrt erinnernde Villagetour mit eigenem Fahrer, der uns in verschiedene Doerfer gebracht hat, damit wir dort traditionelles Handwerk kennen lernen und natuerlich kaufen, was Mel dann auch getan hat (einen Laeufer fuer ihr Zimmer in Berlin). Das Beste an der Fahrt war das Mittagessen bei der Familie unseres Fahrers, bestehend aus leckerem Brot (eine Art Fladenbrot aus Weizenteig) und Kartoffeln in Curry-Joghurt-Sauce, was wir alles - der indischen Tradition entsprechend - mit der rechten Hand verputzt haben, waehrend unsere linke (in Indien die schmutzige Hand) brav unterhalb des Tisches blieb.




Dienstag sind wir zu irgendeinem Palast gefahren - der Name ist mir gerad entfallen, bin aber auch zu faul, den Lonely zu holen, um diesen dort nachzuschlagen -und haben hier zum ersten Mal ein sauberes und ruhiges Plaetzchen in Indien gefunden. Der Palast wird teilweise als Hotel genutzt, aber auch noch vom Maharaja bewohnt, der - laut Aussagene eines Einheimischen - auch unverheiratete Soehne hat. Mel und ich sind dran :-) Nach dem Palast ging es mit der motorisierten Rikscha - der Fahrer hat die gute halbe Stunde, die wir im Palast verbracht haben, auf uns gewartet - zur anderen Seite der Stadt, zu einem weiter oben gelegenen Fort. Hier wurde man - ganz western like - mit einem Audioguide - auf deutsch! - ausgestattet, mit dem man dann das Fort erkunden konnte. Prima Sache...wenn es da oben nur nicht so heiss gewesen waere...
Vom Fort aus konnten wir unser Hostel sehen. Also machten wir uns zu Fuss an den Abstieg (den Rikscha-Fahrer hatten wir eh schon weggeschickt). Auch am Wegesrand wollten die Einheimischen mit uns Geld machen. Konnten wir das erste "Come in and see my house"-Angebot noch ablehnen, hat uns dann aber der Zweite nicht mit seinem "Henna"-Ruf fesseln koennen, obwohl wir nach seinem "water, water" schon weiter gegangen waren. Der "Zweite" war ein junger Inder, scheinbares Alter 16, 17 Jahre, der uns in sein Haus fuehrte, in dem er mit Oma und seinen Geschwistern lebte (die Eltern habe wir nicht kennen gelernt) und uns in seinem Zimmer ein kleines Fotoalbum voller Hennakreationen zeigte. Schnell haben wir uns fuer eines entschieden und dann legte er los, erst meine rechte Hand (ca. 15 min) und dann Mels.


Mit unseren Henna-Tatoos waren wir schon am naechsten Tag nicht mehr zufrieden - zu breite Striche, komisches Fischgretenmuster entlang unserer Finger, allerdings kann man fuer umgerechnet 1,60 EUR nicht meckern - wohl aber mit dem interessanten Gespraech, was wir mit ihm fuehrten. In einer Stunde lernten wir etwas ueber die indische Schule, Moskitos und Malaria, Schmuck - er zeigte uns ganz nebenbei seine selbst hergestellten Ketten, Armreifen und Ohrringe und ich konnte letzteren aus Muscheln einfach nicht widerstehen - und darueber, wie sich Frauen, ob Einheimische oder Touristinnen, zu kleiden haben.
Der letzte Tag in Jodphur war also rundum gelungen. Daumen druecken, dass es so weiter geht.

m + d

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