Leider habe ich mein Kabel fuer die Kamera im Hostel liegen lassen (S O R R Y). Um dennoch einen Eindruck von unserer aktuellen Stadt zu bekommen, koennt ihr euch einfach ein paar Ausschnitte des James Bond Films Octopussy anschauen; der wurde wohl in Udaipur gedreht (zumindest wird der Film jeden Abend in saemtlichen Restaurants rund um den See gezeigt).
Udaipur, auch Venedig des Ostens genannt, ist wie ein Wunder fuer uns nach dem hektischen und stressigen Jaipur. Das Gelaende des City Palace laedt zum Verweilen, Lesen und Entspannen ein und die zahlreichen Dachterassen bieten einen atemberaubenden Blick auf den See. Aber der Reihe nach.
Wir sind mit dem Nachtzug gereist, hatten also die Sleeper Class - ihr erinnert euch, die Abteile mit den jeweils drei Liegen uebereinander, die wir auch schon auf unserer Fahrt von Mumbai nach Jodhpur geniessen konnten - und dementsprechend schoen war unsere Fahrt (ok, wir haben sowieso die meiste Zeit geschlafen :-D ). Unser Hostel lag dieses Mal nicht unmittelbar in der Altstadt und damit im Touristenzentrum, sondern weiter ausserhalb, war aber mit umgerechnet gut 3 EUR extrem billig . Angearscht haben wir uns aber trotzdem, wurden wir doch bei den Tuk-Tuk-Fahrten in die Altstadt teilweise kraeftig abgezockt (Feiertag-, Nacht-, Haessliche-Nase-, Was-weiss-ich-Zuschlag). Man lernt eben nie aus ;-)
Montag, am Tag unserer Ankunft, haben wir uns gleich auf den Weg in die Altstadt gemacht - eigentlich mit hochtrabenden Plaenen (Sightseeing meets Kultur meets Bildung), aber gleich im City Palace hat uns das Shopping-Fieber gepackt. Ich habe endlich schoene Postkarten fuer euch gefunden und die anderen, vergilbten, ollen - bereits beschriebenen - wegschmeissen koennen. Zudem haben wir uns mit Lesestoff ueber Indien eingedeckt - vielleicht verstehen wir dieses Land dann ja besser - und konnten es kaum erwarten, die ersten Zeilen zu lesen. Vorher mussten wir aber brav den Pfad abgehen, der durch und um den City Palace fuehrt; eine andere Moeglichkeit zum Ausgang zu gelangen gab es naemlich nicht. Und es nahm kein Ende - hier noch ne Kurve, da noch ne Treppe, wieder ein Ausstellungsraum bis ... Geschafft! Auf in ein Restaurant mit Dachterasse, gegessen, gechillt, angelesen und Kraft getankt fuer die grosse Shopping-Tour. Letzteres kann man hier ausserordentlich gut. Was, wird natuerlich nicht verraten :-P
Dienstag haben wir dann das Sightseeing nachgeholt. Nach einem ausgedehnten Fruehstueck im Cafe Edelweiss - ich haette wetten koennen, dass es von Aussteigern aus Deutschland betrieben wird; diese sahen allerdings sehr indisch aus (wohl gut angepasst :-D) - ging es mit einer Seilbahn (ja, ich weiss, sehr indisch) auf die Gipfel ueber die Stadt, von wo aus man einen herrlichen Blick ueber Udaipur und Umgebung hatte. Den Abstieg meisterten wir zu Fuss - nicht, dass unsere Muskeln bei dem ganzen Tuk-Tuk-Gekutsche ganz verkuemmern - und nahmen dann direkt Kurs auf die Bootsanlegestellen innerhalb des Palastgelaendes. Hier lernten wir Udaipurs Spitzengastronomie kennen - Eiskaffee fuer ca. 4,50 EUR (sehr lecker!) und ein Wasser sowie zwei Fanta for take away fuer gut 8 EUR. Letzteres haben wir uns geklemmt, bekommt man doch das gleiche fuer gut 50 Cent ausserhalb des Gelaendes. Zu dumm nur, dass ich bestellt habe, ohne vorher nach dem Preis zu fragen - ich hatte genug mit dem Bewundern der schoenen Seeterasse zu tun, deren Tische mit Tischdecke und Papierservietten eingedeckt waren; Hussen gab es auch und erst die Bar, Alkohol wohin das Auge reicht (die Inder trinken kein bzw. kaum Alkohol)...Der Kellner mit der 500-Rupien-Rechnung riss mich dann aus meinen Traeumen und ich machte mich "Sorry, I don't have so much money" und "No, no credit card, it's in the hotel" flunkernd auf und davon. Die Bootstour war ok, aber nicht weiter spektakulaer und ihre 5 EUR nicht wert (es kann natuerlich sein, dass sich meine Preis-Leistungs-Sicht in den zwei Wochen Indien zu sehr nach unten verschoben hat...). Danach: Lesen, Postkarten schreiben, lesen, essen, mit Tuk-Tuk-Fahrer feilschen, lesen, schlafen, aufstehen, packen, duschen, auschecken, fruehstuecken, Geld abheben, Post, Internet...Wir haben mittlerweile Mittwoch, heute Abend geht's nach Agra und es steht noch ein Telefonat nach Hause an (Mutti wird 47 - Happy Birthday!) und ich muss noch meine Waesche - hoffentlich sauber, trocken und ganz wichtig: flohfrei! - abholen. Spannend, oder? ;-)
Denkt nicht, dass wir langweilig sind. Aber nach den stressigen anderen Staedten tut die Ruhe und das Nichtstun ganz gut und wir koennen Kraft sammeln fuer Agra und Varanasi, die Touristenhochburgen schlecht hin. Was uns da erwartet, koennt ihr dann in den naechsten Tagen hier lesen..
m + d
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